HACKENSCHMIDT- KNIEBEUGEN PRO UND CONTRA.

Hackenschmidt-Kniebeugen sind beliebt, bergen aber Gefahren für den unteren Rücken.

Die   Hackenschmidt-Maschine ist in jedem Studio ein gern benutztes Trai­ningsgerät. Trotz der vielen Varianten, die es von dieser Maschine gibt, erkennen sie die meisten Sportler sofort.

Die Entwick­lungsgeschichte der Maschine ist sehr inter­essant – aber auch all die Verletzungen, die sie verursacht hat.

Hackenschmidt-Kniebeugen wurden durch den Profi-Wrestler George Hacken­schmidt populär, nach dem sie auch benannt sind. Hackenschmidt war vor allem wegen seiner Beinentwicklung bekannt. Ursprüng­lich wurde diese Kniebeugen-Variante folgen­dermaßen absolviert: Man nahm einen auf­rechten Stand ein und hielt eine leichte Langhantel mit gestreckten Armen hinter dem Gesäß. Außerdem hatten sich die Sportler oft kleine Holzblöcke unter die Fersen gelegt. Dann ging man in die Knie und versuchte, den Oberkörper möglichst gerade zu halten. Dadurch wird der Quadrizeps gut trainiert, und deshalb hatte Hackenschmidt seinerzeit auch so einen muskulösen Quadrizeps.

Mit der Zeit wollten die Sportler mit immer höheren Gewichten trainieren, so dass Hackenschmidt-Kniebeugen in reverses Kreuzheben abgewandelt wurden. Und da man immer höhere Gewichte benutzen wollte, ging die mechanische Belastung auf den Quadrizeps schließlich verloren.

Mit der ersten Hackenschmidt-Maschine versuchte man, wieder den ursprünglichen Zweck dieser Kniebeugenvariante zu errei­chen. Sie hatte eine Rückenlehne und stand in einem sehr steilen Winkel. Man musste sich an einer Stange festhalten, die unten an der Rückenlehne befestigt war. Die Stange war so platziert, dass man praktisch die ursprünglichen Hackenschmidt-Kniebeugen mit der Langhantel nachahmte. Bei diesen frühen Modellen war es recht schwierig, mit enorm schweren Gewichten zu trainieren.

Später ist von Krafttrainern eine Maschi­ne für Football-Spieler entwickelt worden. Dieses   Trainingsgerät   sah   den   heutigen Hackenschmidt-Maschinen bereits sehr ähn­lich. Es hatte zwei lange Streben, an denen der schwere Schlitten rauf und runter geschoben wurde. Außerdem war sie mit zwei Polstern ausgestattet, gegen die sich der Spieler mit seinen Schultern abstützen konnte. Diese Maschine hatte keinen sehr steilen Stand, sie befand sich vielleicht in einem 45°-Winkel zum Boden. Eine der ersten dieser Maschi­nen wurde als „Ram Rack“ bezeichnet, und viele andere Versionen sollten folgen. Die Maschine wurde immer weiter verändert und wurde schließlich zu dem, was man heute als Hackenschmidt-Maschine kennt.

Bodybuilder wollten nun am Ram Rack Kniebeugen trainieren. Und da es der alten Hackenschmidt-Maschine ähnelte, wurde auch der Name übernommen. Um die Maschinen effektiver zu machen, mussten sie auch wieder steiler sein, wie bei den alten Modellen.

Die Hersteller begannen damit, unterschiedliche Varianten zu produzieren, was jedoch zu einem häufigen Problem bei Hackenschmidt-Kniebeugen führt: Die Rückenlehne ist manchmal nur sehr kurz, was dazu verleiten kann, dass sich der untere Rücken um das untere Ende der kurzen Rückenlehne wölbt. Das ist eine ungünstige und etwas riskante Haltung, vor allem unter der Gewichtslast der Maschine.

Ich erinnere mich daran, als ich einem Sportler bei Hackenschmidt-Kniebeugen zusah. Er hatte offensichtlich Schmerzen und brach seinen Satz ab. Er sagte, dass er plötzlich Rückenschmerzen bekommen und sich der Schmerz nach unten zu seinem Bein ausgeweitet habe. Ich sah, wie er davon-humpelte und schaute mir dann noch mal die Maschine an: Am unteren Ende der kur­zen Rückenlehne war das Polster genau an der Stelle verschlissen, wo man sich eigent­lich mit dem unteren Rücken befinden sollte. Bei den ersten Maschinen wurde der untere Rücken also nicht besonders stark unter­stützt. Und natürlich noch viel weniger, wenn das Polster abgenutzt war.

Einige Firmen stellten Hacken­schmidt-Maschinen her, die längere Rückenlehnen hatten. Was die Unterstützung des Rückens betrifft, so ist  einem damit  sicherlich geholfen. Trotzdem kann sich der Schlitten nur rauf und runter bewegen, ganz gleich, wie groß ein Sportler ist oder wie lang seine Beine sind. Die Fußstellung kann ein wenig hilf­reich sein, aber der Maschinenaufbau gibt einem nicht die Freiheit, die man bei nor­malen Kniebeugen hat.

Schauen Sie sich zunächst die Rücken­lehne der Hackenschmidt-Maschine an, wenn Sie das nächste Mal im Studio sind. Sollte das Polster verschlissen sein, dann fragen Sie den Studioinhaber, ob er es nicht austauschen lassen möchte. Wenn es zu kurz ist, wäre es wohl noch besser, die ganze Maschine auszutauschen, so dass man Ver­letzungen vermeiden kann. Sollte beides nicht geschehen, dann sollten Sie lieber auf die Übung verzichten. Das ist besser, als eine Verletzung zu riskieren, die das gesamte Training beeinträchtigen könnte.