ANTIOXIDANZIEN UND DIE MUSKELAUSDAUER

ANTIOXIDANZIEN UND DIE MUSKELAUSDAUER

Können Antioxidanzien die Ausdauer der Muskeln beeinträchtigen?

Eine Theorie über das Altern geht von folgender These aus:  Substanzen namens freie Radikale führen schrittweise zu Zellschäden, wodurch der Alterungsprozess beschleunigt wird.

FREIE RADIKALE UND KRANKHEITEN

Freie Radikale hängen mit dem Ausbruch vieler Krankheiten zusammen, die zu einem frühzeitigen Tod führen können:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Krebs
  • de­generative Hirnerkrankungen

FREIE RADIKALE Freie, also ungebundene Radikale versetzen biologisches Gewebe in oxidativen Stress und können es zerstören, indem sie als Initiator eine Kettenreaktion auslösen. 

Aufgrund Ihrer Grundkenntnisse in Chemie wissen Sie vielleicht noch, dass Elektronen stets paarweise auftreten. Freie Radikale sind ungepaarte Elektronen und versuchen ständig, sich an Elektronenpaare anzubinden. Wenn sich solch ein bio­chemisches Dreiecksverhältnis ergibt, führt das zu verheerenden Schäden an der Zellstruktur – beispielsweise an der Zell­membran – und resultiert im Zelltod.

Einige Wissenschaftler behaupten, dass die Zellen von etwa 10000 freien Radikalen pro Minute bombardiert werden. Zum Glück können wir uns gegen diesen zellu­lären Terrorismus schützen.

ABWEHR GEGEN FREIE RADIKALE

Der menschliche Körper besitzt ein eigenes System an Antioxidansenzymen, die die Angriffe der freien Radikalen neutralisieren können. Zu diesen Enzymen gehören auch die Superoxiddismutase, die Katalase und die Glutathionperoxidase. Dennoch können freie Radikale aufgrund ihres großen Ausmaßes und unnachgiebigen Auftretens die Abwehr­mechanismen des Körpers überwinden. Mit zunehmendem Alter schwächen sich außer­dem viele der körpereigenen Schutzfunktio­nen ab, die bei den Krankheiten eine Rolle spielen, von denen vorwiegend ältere Menschen betroffen sind, wie beispielsweise Krebs und Herzerkrankungen.

Über die Nahrung aufgenommene Anti­oxidanzien, hauptsächlich aus Obst und Gemüse, fördern das antioxidative Schutz­system des Körpers. Viele dieser Anti­oxidanzien sind Ihnen vielleicht vertraut:

  • die Vitamine C, E, A, der Vitamin-B-Kom­plex
  • viele Mineralien sowie Pflanzenstoffe namens Bioflavonoide
  • Polyphenole

Die letztgenannten sind beson­ders reichhaltig in grünem Tee, Rotwein und in dunkler Schokolade enthalten. Seltsamerweise bieten freie Radikale aber auch ein paar wichtige gesundheit­liche Vorteile. Zum einen werden sie von den Immunzellen produziert -und zwar als Mittel, um einfallende schäd­liche Organismen wie Bakterien zu zerstören. Zum anderen werden sie für die Produktion der Schilddrüsenhormone benötigt.

SELEN

Ein Antioxidans-Mineral, das über die Nahrung aufgenommen wird, ist Selen. Selen wird für die Aktivierung jener Enzyme benötigt, die die Ausbildung der Schilddrüsenhormone unterstützen. Aufgrund seiner Antioxidans-Eigenschaften kann sich die Wirkung von zu viel Selen jedoch ins Gegenteil verkehren und das Schilddrüsenhormon blockieren.



SPORT UND ANTIOXIDANZEN

Ein weniger bekannter Vorteil, der aus sportlichem Training resultiert, ist, dass Sport sich schützend auf die Antioxidanzien auswirkt. Einige Forscher behaupten, dass der wichtigste gesundheitliche Vorteil von Sport darin liegt, dass er den Antioxidansschutz verstärkt. Dieser Prozess wird als Hormesis bezeichnet: Die Strahlung von kleinen Dosierungen einer schädlichen Substanz löst als Entschädigung biopositive Wirkungen aus.

ANTIOXIDANTIEN. Antioxidantien neutralisieren sogenannte „freie Radikale“ und sollen somit zu einem verminderten Krankheits­risiko beitragen.

Die durch Training bewirkte erhöhte Sauerstoffaufnahme führt auch zu oxidativem Stress, wodurch wiederum freie Radikale erzeugt werden. Wenn das der Fall ist, kann das mehrere nachteilige Folgen haben. Ein Nachteil ist ein übermäßiger Muskelschaden, wodurch die Erholung vom Training ver­zögert werden kann. Daher wird Sportlern oft dazu geraten, reichlich Antioxidanzien über die Ernährung aufzunehmen.

Die meisten Sportler verlassen sich dabei jedoch nicht nur auf Lebensmittel, sondern ergänzen ihre Ernährung mit Vitamin C und E sowie mit Mineralien.

Es wird kontrovers diskutiert, ob die über Nahrungsmittel erfolgte Antioxidansverstärkung erforderlich ist.

STUDIEN ÜBER ANTIOXIDANZIEN

Denn Studien zeigen Folgendes: Wenn man einfach nur kontinuierlich trainiert, wird das körper­eigene Antioxidans-System automatisch    unterstützt. Und während einige Studien ergeben haben, dass Elitesportler beim Training mehr freie Radikale produ­zieren als normal, haben andere Studien genau das Gegenteil gezeigt.

Als Ratten gezwungen wurden, bis zur Erschöpfung zu laufen, liefen jene Ratten, die kein Vitamin Cverabreicht bekommen hatten, fast doppelt so weit als vor dem „Training.

Eine umstrittene Studie, die sowohl an Tieren als auch an Menschen durchgeführt wurde, deutete Folgendes an:

Wenn Sie Ihren Supplementenplan zusätzlich mit Vitamin C ergänzen, können dadurch tat­sächlich die aus dem Training resultierenden Fortschritte hinsichtlich Ihrer Ausdauer behindert werden.

14 Männer unterzogen sich einem Acht-Wöchigen Ausdauertraining. Fünf von ihnen nahmen während des Trainings täglich ein Gramm Vitamin C zu sich. In der Zwischen­zeit mussten sich 24 Ratten einem „Training“ unterziehen. Die eine Hälfte der Ratten bekam eine Dosis Vitamin C verabreicht, die der Dosis eines Menschen entsprach.

Die Männer, die kein Vitamin C zu sich genommen hatten, zeigten eine 22% Steigerung bezüglich ihrer Sauerstoff­aufnahme und ihres Sauerstoffverbrauchs während des Trainings. Bei den Probanden, die das Vitamin C eingenommen hatten, betrug diese Steigerung nur 10,8 Prozent. Ähnliche Resultate waren auch bei den Ratten zu verzeichnen.

Die Trainingstests gaben Folgendes zu erkennen: Wurden die Nager nach ihrem „Training“ dazu gezwungen, bis zur Erschöpfung zu laufen, rannten die Ratten, denen kein Vitamin C verabreicht worden war, fast doppelt so weit als vor dem Training. Ihre Ausdauerkapazität steigerte sich um 186,7 Prozent. Die Nager, denen Vitamin C verabreicht worden war, konnten ihre Distanz beim Laufen nur um 25 Pro­zent steigern. Das entspricht einer 26,5-prozentigen Steigerung ihrer Ausdauerkapazität. Die Nager ohne Vitamin-C-Supplement wiesen eine höhere Anzahl an Mitochondrien auf. Die Menge der Mitochondrien bestimmt das Ausdauervermögen. Und aerobes Trai­ning steigert die Ausdauer, indem es die Produktion weiterer Mitochondrien hervor­ruft.

WAS SAGEN UNS DIESE ERGEBNISSE?

Die aus dem Training resultierende Produktion freier Radikaler stimuliert die Ausbildung neuer Mitochondrien. Nimmt man jedoch Vitamin C zu sich, umgeht man diesen Pro­zess. Wurde Vitamin C vor dem Training eingenommen, wurde dadurch auch die trainingsbedingte Stimulation der körper­eigenen Antioxidanssysteme verhindert.

Mehrere Studien berichten von nach­teiligen Auswirkungen auf die Ausdauer­entwicklung, wenn man Antioxidanzien zu sich genommen hat. Das gilt beispielsweise für Vitamin E und das Coenzym Q10.

Eine Studie fand heraus, dass eine kombinierte Einnahme von Vitamin E und Alphaliponsäure die Kontraktilität der Muskeln ver­minderte. Das wiederum bedeutet eine ver­ringerte Trainingskraft.

Eine weitere Studie kam jedoch zu ganz anderen Ergebnissen:

36 Studenten ergänz­ten ihre Ernährung über drei Wochen mit täglich 400 Milligramm Vitamin E, 1000 Milligramm Vitamin C oder mit einer Kombination aus beiden Nährstoffen. Die Vergleichsgruppe bekam ein Placebo verab­reicht. Die Studenten mussten sich Messungen der aeroben und anaeroben Trainingsleistungen unterziehen. Die jenigen, die mit den Antioxidanzien „versorgt „wurden, zeigten bei den aeroben Tests eine wesentlich bessere Leistung als die Studenten aus der Placebogruppe. Die anaeroben Tests jedoch ließen in beiden Gruppen keine Unterschiede erkennen.

FAZIT
Man kam daher zu dem Schluss, dass eine tägliche Zufuhr mit Vitamin E und/oder Vitamin C über einen Zeitraum von drei Wochen erheblich die aerobe Kraft steigern kann.    


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