Wie oft Protein?

Wie oft Protein?

Wie oft, wann und welches Protein ?



In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass die außerzelluläre Konzentration der essentiellen Aminosäuren (EEA) die Proteinsynthese steuert. Grundsätzlich signalisiert eine niedrige EEA Konzentration dass keine Muskelproteinsynthese stattfinden soll und kann, weil eben zu wenige Aminosäuren im Organismus vorhanden sind. Eine hohe EEA Konzentration ist jedoch nicht unbedingt der Trigger für eine verstärkte Proteinkonzentration, denn bei einer durch EAA Infusion gleichmäßig hoch gehaltener EEA Konzentration steigt die Proteinsynthese am Anfang der Infusion zwar an, sinkt dann aber binnen 2 Stunden auf das Ausgangsniveau ab, obwohl die EEAs gezielt und genau definiert hoch gehalten werden.

Durch weitere Studien ist mittlerweile belegt, dass nicht die absolute Höhe der extrazellulären EAA Konzentration, sondern vielmehr Steigungen in der Konzentration die Proteinsynthese für ca. 2 Stunden anheben.
Es ist also sinnvoll für eine Mindestkonzentration von EEA zu sorgen, diese anzuheben und wieder absinken zu lassen um sie wieder und wieder anzuheben.
Wiederum sind diese Schwankungen in der EEA Konzentration weniger durch ein langsames Protein zu erreichen, als durch ein schnelles Protein oder durch freie Aminosäuren. Ein langsames Protein wie Casein könnte allenfalls zur Erhaltung der Mindestkonzentration dienen, aber das tut in der Regel auch das Protein welches man über reguläre Mahlzeiten aufnimmt.
Paddon-Jones et al konnten in diesem Zusammenhang mit der Supplementierung von 15 g freien EEA plus 30 g Maltodextrin zwischen den Mahlzeiten die Stickstoffbilanz um 25% gegenüber nur Mahlzeiten ohne Supplementierung steigern.

Diese Erkenntnisse führen auch zu einer ganz neuen Qualitätsdefinition von Proteinen.

Herkömmliche Qualitätskriterien wie biologische Wertigkeit (BV); Chemical Score, Protein Efficiency Ration (PER); Protein Digestibility-Corrected Amino Acide Score (PDCAAS) sind für den Kraft- und Schnellkraftsportler eher uninteressant, es zählt hauptsächlich der, bzw. ein möglichst hoher Anteil sowie eine gute Verteilung der EEA, wobei besonders auf die BCAA´s bzw. L-Leuine zu achten ist, also der essentiellen Aminosäuren im Protein und daneben das ausgewogene Vorhandensein der nichtessentiellen Aminosäuren, wobei vor allem Argininund Glutamin wichtig ist.

Durch die Mixtur verschiedener Proteinarten und mit freien Aminosäuren oder aus Kombinationen von beidem kann man solche EEA reichen und gleichzeitig ausgewogenen idealen Wachstums-Aminosäurebilanzen Maßschneidern, wobei allerdings die nötigen Fachkenntnisse vorhanden sein müssen und auch nicht in erster Linie auf den Preis geschaut werden darf, sonst baut man Aminosäurebilanzen, die gar nichts für die Muskelproteinsynthese sondern nur mehr Protein in den Organismus bringen.

Diese neuen Erkenntnisse bringen auch die, hauptsächlich wegen des relativ hohen Preises und der Negativprobaganda interessierter Kreise, vor Jahren verschwundenen Mixturen freier EEA wieder ins Blickfeld. Diese Produkte waren bei vielen Athleten und Heilpraktikern sehr beliebt, aber sie wurden zum Teil falsch eingesetzt (Infusionen) und sie wurden auch von diversen Proteinlobbys als weniger gut für den Kraft- und Muskelaufbau als Proteine dargestellt.

Die heutigen Erkenntnisse und auch die mittlerweile dramatisch gesunkenen Preise für solche Produkte werden aber in Kürze sicher ein Come-back bewirken.

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