Protein und Kohlenhydrate

Protein und Kohlenhydrate

Die Kombinationen von Protein und Aminosäuren mit Kohlenhydraten und/oder Fett wurde in einigen Versuchen ebenfalls näher untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass bei einer kalorienarmen Diät ein hoher Fettanteil der Nahrung sogar eine bessere Stickstoffbilanz erzielt als ein hoher Kohlenhydratanteil. Sobald allerdings von einer Karenzdiät auf eine Ernährung mit ausgeglichener Nährstoffbilanz übergegangen wird, spielt es keine Rolle ob mehr Kohlenhydrate oder mehr Fett darin enthalten ist, in beiden Fällen sinkt die Proteindegradation gleich ab, während sich bei der Proteinsynthese weder bei Fett noch Kohlenhydraten nennenswerte Änderungen zeigen.

Dennoch ist zu beachten, dass Kohlenhydrate bezüglich hochintensiven Trainings deutlich wichtiger als Fett sind. Jacobs et al konnten nachweisen, dass ein Glycogenmangel sowohl in „slow“ – als auch in „fast contracting“ Muskelzellen nicht nur eine muskulären Ermüdung nach sich ziehen, sondern auch die Intensität der dynamischen Muskelkontraktionen herabsetzt (als Kraft- und Schnellkraftverlust bedeutet).



Dies ist durchaus ernst zu nehmen, denn langfristig nur submaximale Trainingsintensität durch zu geringen Kohlenhydratverzehr kann zu bei austrainierten Athleten zu Muskelmasseverlust, und bei Anfängern zumindest zu mangelndem Muskel- und Kraftaufbau führen.

Koopman et al beobachteten den Effekt von Kohlenhydraten (0,3 g per kg Körpergewicht pro Stunde); Kohlenhydraten plus schnellem Protein (0,2 g per kg Körpergewicht pro Stunde) und Kohlenhydraten plus schnellem Protein plus L-Leucine (0,1 g per kg Körpergewicht pro Stunde) auf die Gesamtkörper-Netto-Proteinbilanz, Plasmainsulin, Proteinsynthese und die Aminosäureoxidation bzw. Proteindegradation.

Bei der reinen Kohlenhydratzufuhr war die Nettoproteinbilanz negativ, Aminosäureoxidation bzw. Proteindegratation war entsprechend hoch, Proteinsynthese gleich 0 und das Plasmainsulin normal.



Bei der Kohlenhydrat- plus Proteinzufuhr war die Nettoproteinbilanz positiv, die Aminosäureoxidation/Proteindegradation gering, die Proteinsynthese positiv und das Plasmainsulin signifikant höher als bei der reinen Kohlenhydratzufuhr (obwohl deutlich weniger Kohlenhydrate verzehrt wurden):



Die Kohlenhydrat- plus schnelles Protein- plus L-Leucine-Zufuhr hatte in allen Werten die deutlich besten Ergebnisse OBWOHL hier nur 0,1 g, statt bei den anderen 0,2 und 0,3 g pro kg Körpergewicht pro Stunde supplementiert wurde.



Diese Studie bestätigt andere Arbeiten, bei denen der supersignifikante Effekt von Leucine auf Insulinsekretion, Proteinbilanz und Proteinsynthese bei geringer Proteinoxidation schon früher manifestiert wurde.

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